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Report

Veränderungen der Mitbestimmungspraxis in Betrieben mit chinesischen Investoren: Der abwesende Partner in der Sozialpartnerschaft

Wenngleich die Beteiligung chinesischer Unternehmen an ausländischen Unternehmen in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, bleiben die chinesischen Investitionsaktivitäten in Deutschland auf einem stabil hohen Niveau. Der Einstieg chinesischer Investoren hat tiefgreifende Veränderungen in der Unternehmenskultur deutscher Standorte zur Folge. Mit den Übernahmen entsenden die meisten chinesischen Gesellschafter chinesische Manager*innen in die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften. Diese personellen Veränderungen in der lokalen Führungsebene haben direkte Auswirkungen auf die Betriebsabläufe und die betriebliche Mitbestimmung. Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass chinesische Gesellschafter und das Management die Arbeit der Mitbestimmungsakteure proaktiv verhindern, allerdings suchen sie auch nicht die Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretungen. Diese Abwesenheit in der Sozialpartnerschaft wird besonders problematisch, wenn Krisensituationen eine gemeinsame Lösungsfindung erfordern. Von besonderer Bedeutung sind insbesondere vier Faktoren, die sich negativ auf die betriebliche Mitbestimmung auswirken können: eingeschränkter Informationszugang, sprachliche Barrieren, paternalistische Unternehmensführung und der Einfluss von Parteirichtlinien.

Quelle

Bian, Shuwen (2025): Der abwesende Partner in der Sozialpartnerschaft - Veränderungen der Mitbestimmungspraxis in Betrieben mit chinesischen Investoren
Mitbestimmungsreport Nr. 84, Düsseldorf, 20 Seiten

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