Je größer der Betrieb, desto eher verfügt er über einen Betriebsrat. Die "Kernzone im System der industriellen Beziehungen" sind Großbetriebe mit mehr als 500 Beschäftigten: Sie haben in Westdeutschland zu 90 Prozent Betriebsräte, im Osten liegt die Quote bei 89 Prozent.
Grafik: Betriebsratsgremien nach Anzahl der Beschäftigten im Betrieb
Fragen der Arbeitsplatzsicherheit stehen im Arbeitsalltag vieler Betriebsräte an erster Stelle. Bei der WSI-Betriebs- und Personalrätebefragung von 2007 gaben über 60 Prozent der Betriebsräte an, Personallabbau und Beschäftigungssicherung hätten sie besonders beschäftigt. Mehr als jede Siebte erklärte, dies sei das größte Problem seiner Betriebsratsarbeit gewesen. Auch in der Wirtschaftskrise befassten sich die Beschäftigten-Vertreter intensiv mit betriebsinternen Anpassungsstrategien zum Erhalt von Arbeitsplätzen, wie eine weitere Befragung von 2009 zeigt.
Beschäftigungssicherung in der Krise. Umfrageergebnisse des WSI 2009
Was die Betriebsräte beschäftigt. Umfrageergebnisse des WSI 2007
Öffnungsklauseln verlagern einen zunehmenden Teil der Tarifpolitik in die Betriebe. Was der Flächentarifvertrag nicht mehr verbindlich vorschreibt, muss auf Unternehmensebene ausgehandelt werden - zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Der Bogen reicht von Arbeitszeitregelungen bis zum Lohnverzicht zur Beschäftigungssicherung. Viele Arbeitnehmervertreter sehen diese Entwicklung mit Skepsis.
"Machtzuwachs für die Arbeitgeber" - WSI-Umfrageergebnis