Sogenannte DCF-Verfahren (Discounted Cashflow Verfahren) dienen der Bewertung von Unternehmen oder Vermögensgegenständen durch Ermittlung eines sogenannten Barwerts. Im Mittelpunkt der Bewertung stehen die Zahlungszuflüsse und Abflüsse (kurz Cashflows), die in Zukunft aus dem jeweiligen Unternehmen/Gegenstand erwartet werden.
In einem ersten Schritt müssen die Cashflows geschätzt werden, die durch das jeweilige Objekt künftig verdient werden können. In der Regel werden für den unmittelbaren Zeitraum von fünf Jahren genaue Cashflows ermittelt. Für die Zeit danach wird lediglich ein Mittelwert veranschlagt, mit dem im jährlichen Durchschnitt dauerhaft gerechnet wird (sogenannte ewige Rente).
Im zweiten Schritt müssen diese Cashflows mit einem angemessenen Zinssatz abgezinst werden. Die Abzinsung berücksichtigt die Tatsache, dass ein Betrag, der erst in Zukunft erzielt wird, einen geringeren Wert aufweist, als ein Betrag gleicher Höhe, den man schon heute erhält (Beispiel: Unternehmen A hat die Wahl eine Zahlung von 100 Euro in 2012 oder 2013 zu erhalten. Sofern es sich für 2012 entscheidet, kann es den Betrag auf seinem Bankkonto deponieren. Nimmt man an, dass die Bank den Betrag mit 3% pro Jahr verzinst, so erhöht sich das Guthaben von Unternehmen A in 2013 auf 103 Euro. Hätte es sich entschieden, die Zahlung erst 2013 zu vereinnahmen, dann hätte es auf den Zinsertrag von drei Euro verzichten müssen. Man spricht hier auch vom sogenannten Opportunitätszins, dem Zins der alternativen Verwendung. Je länger Unternehmen A auf die Zahlung warten müsste, desto höhere Zinserträge entgehen ihm.). Dieser Tatsache wird mit der Abzinsung im DCF-Verfahren Rechnung getragen.
Wird das DCF-Verfahren z. B. zur Bewertung eines Unternehmens angewendet, so muss der Opportunitätszinssatz entsprechend dem jeweiligen Risiko der Firma angepasst werden, da man davon ausgeht, dass die eingegangenen Zahlungen auch wieder im Unternehmen investiert werden. Entscheidend ist somit die Verzinsung (oder Rendite), die im Unternehmen selbst erzielt werden kann.
In einem letzten Schritt wird der sogenannte Barwert durch Addition aller abgezinsten Cashflows ermittelt.