Die Dynamik der Globalisierung hat sich in der vergangenen Dekade durch die forcierte Einführung digitaler Technologien, durch die Formierung globaler Wertschöpfungsketten sowie durch die Neubestimmung von Unternehmensstrategien beschleunigt. Hierdurch ist die deutsche Volkswirtschaft unter erheblichen Anpassungsdruck geraten. Die Bemühungen um eine Stärkung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sind in den letzten Jahren verstärkt worden. Erste Erfolge sind sichtbar: In Schlüsseltechnologien wie z. B. der Biotechnologie hat die deutsche Wirtschaft aufgeholt. Dennoch bleiben erhebliche Defizite.
Es besteht die Notwendigkeit, die Innovations- und Anpassungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft durch Reformen zu erhöhen. Unklar ist jedoch, welchem Modernisierungspfad eine Reformpolitik folgen wird: Eine neoklassisch orientierte Option legt den Akzent stark auf die Deregulierung der Märkte, insbesondere der Arbeitsmärkte. In ihrer Konsequenz würde es zu einem weitreichenden Umbau bzw. sogar zu einem Abbau des "Modells Deutschland" kommen. Die zweite Option präferiert demgegenüber einen Entwicklungspfad, der die "essentials" des "Modells Deutschland" bewahren will, gleichwohl die Notwendigkeit einer größeren Flexibilität nicht leugnet. Diese grob umrissenen unterschiedlichen Optionen markieren gegensätzliche wirtschaftspolitische Ansätze.
Die Hans-Böckler-Stiftung fördert im Schwerpunkt "Strukturwandel - Innovationen und Beschäftigung" vor allem Projekte, die sich mit der Untersuchung von wirtschaftlicher Dynamik und von Innovationen, Fragen der Zusammenarbeit öffentlicher und privater Einrichtungen (public/private partnership) und der Steuerung wirtschaftlicher Prozesse befassen. Die Projekte orientieren sich hierbei an den Zielen, mehr Arbeitsplätze für die unterschiedlichen Segmente des Arbeitsmarktes und nachhaltige Wirtschaftsstrukturen zu schaffen.
Aus dieser allgemeinen Zielsetzung ergeben sich die einzelnen Forschungslinien, die sich auf die Ebenen Region, Branche, Nationalstaat, Europäische Union sowie Weltwirtschaft beziehen: