Besondere Kennzeichen: Vertrautheit, Nutzen und Spaß

In Betriebsrats-Netzwerken wollen die Teilnehmer/innen in erster Linie Informationen und Erfahrungen austauschen. Sie sind durch ein hohes Maß an Freiwilligkeit gekennzeichnet: Umfang und Zeitpunkt der Mitarbeit sind selbst gewählt.


Persönliche Kontakte und gemeinsame Themen sind die wichtigsten Grundlagen für Netzwerke - z. B. bei Betriebsräten einer Branche oder Zuliefererkette oder bei besonderen Personengruppen wie Jugendvertretern oder weiblichen Betriebsräten.

Netzwerke sind eine aktuelle flexible Arbeitsmöglichkeit für Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften. Die bestehenden Organisationsformen mit ihren verlässlichen Strukturen bleiben auch in Zukunft unentbehrlich.

Beginn und Gründung

Die Gründung eines Netzwerkes sollte von einer intensiven Kennenlern-Phase begleitet sein. Die Netzwerk-Akteure vereinbaren die Spielregeln, definieren technische Standards und legen die Verantwortlichkeiten fest. Die unterstützende Technik darf die Anwender nicht überfordern. Hard- und Software müssen rechtzeitig bereitgestellt, eventuell Schulungen organisiert werden. Moderator/innen müssen von allen Teilnehmer/innen in dieser Rolle akzeptiert werden. Regelmäßig sollten sie Diskussionen über die Regeln und das Selbstverständnis initiieren.

Virtuelle Gemeinschaften bestehen meist aus fünf Funktionsbereichen:

  • Sachinhalte: hier werden grundlegende Informationen eingestellt 
  • Dialog: hier können die Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen 
  • Börse: hier können zusätzliche Informationen eingestellt werden 
  • Kontakt: hier stehen alle Telefon- und E-Mail-Adressen der Netzwerkteilnehmer 
  • Kalender: hier gibt es Hinweise auf Veranstaltungen des Netzwerkes und andere wichtige Termine

Stabilisierung und Fortentwicklung

Regelmäßige persönliche Treffen festigen die Netzwerk-Gemeinschaft. Sie dienen auch dazu, die oftmals virtuelle Netzwerk-Arbeit in reale Ergebnisse umzuwandeln. Es entstehen Broschüren und Leitfäden, die andere Betriebsräte nutzen können. "Offen bleiben" für neue Inhalte und neue Akteure sichert den langfristigen Erfolg. Eine inhaltliche Selbststeuerung und technische Selbsthilfe ist der Idealzustand.

Erst wenn sich die ausgewählte Technik bei allen Teilnehmern bewährt hat, sollte sie ausgebaut werden. Es können regelmäßige Newsletter organisiert, das Dokumenten-Managementsystem erweitert oder Administratorenrechte vergeben werden. Die Akteure steuern eigenständig, wer in das Netzwerk neu aufgenommen wird.

Bisherige Erfahrungen zeigen: In Internet-Netzwerken sind immer nur wenige Teilnehmer wirklich aktiv. Die große Mehrheit beteiligt sich passiv durch die Abfrage von Informationen.


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