Die vielen Krisen der letzten Jahren bis hin zur "Griechenland-" und "Eurokrise" drohen den Blick zu verstellen für mindestens so problematische Prozesse darunter, die teils von den Krisen verstärkt werden, teils selbst aber zu den Krisen beiträgt. Dazu gehört die "gespaltene Gesellschaft", die angesichts der empirischen Befunde für die gesellschaftliche Wirklichkeit und - im Kontrast dazu - der defizitären Reaktion der politischen Öffentlichkeit auch fundamentale Aufmerksamkeit verdient - zumal der Abbau dieser Spaltung vielen ökonomischen und sozialen Krisen vorgebeugt hätte und immer noch vorbeugen könnte. Denn Spaltung heißt nicht nur soziale Ungerechtigkeiten bei Beschäftigten und Familien; sie bedeutet auch Ungleichgewichte zu Lasten der privaten und öffentlichen Nachfrage, des Wachstums, des sozialen Zusammenhalts, der gesellschaftlichen Zukunft, der Funktionsfähigkeit Europas. Dieser "gespaltenen Gesellschaft" widmet sich das diesjährige WSI-Herbstforum mit Referaten und Diskussionen zu diversen Aspekten auf nationaler und europäischer Ebene. Die ReferentInnen kommen aus Hochschulen, Institutionen und dem WSI. Der eintägigen Veranstaltung am 24. 11. 2011 geht am Vortag ein gemeinsames Abendessen der TagungsteilnehmerInnen zur "Vordiskussion" voraus.
Kontakt:
Vanessa Lewitzki
Tagungsmaterial zum Download:
Dr. Claus Schäfer, WSI: Empirische Landmarken der Ungleichheit (pdf)
Dr. Reinhard Bispinck, WSI: Tarifpolitik gegen soziale Spaltung und Ungleichheit am Arbeitsmarkt (pdf)
Dr. Eric Seils, WSI, / Prof. Dr. Simone Leiber, FH Düsseldorf: Soziale Sicherungssysteme, Arbeitsmarktintegration und soziale Inklusion im europäischen Vergleich (pdf)
Dr. Florian Blank, WSI: Von der Alterssicherung zur Altersunsicherheit (pdf)
Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Universität Bielefeld: Deutsche Zustände - endlich ernst nehmen (pdf)
Helene Schuberth, BEIGEWUM: Machtentfaltung und -begrenzung von (Finanz)Märkten (pdf)