Der Wettbewerb hoch entwickelter Volkswirtschaften ist ein Innovationswettbewerb. Die Innovationskraft eines Wirtschaftsstandorts hängt von seinem Potenzial an innovationsfähigen und innovationsbereiten Menschen ab. Vor allem rohstoffarme Länder leben von dem, was in den Köpfen der Menschen entsteht. Je mehr Menschen und Unternehmen sich an der Suche nach neuen Möglichkeiten beteiligen, desto stärker ist die Gesamtwirtschaft.
In einer hochgradig vernetzten Weltwirtschaft kann man Technik und Informationen kaufen - Wissen, Erfahrungen und Kreativität aber nicht! Auch die beste Forschungs- und Technologiepolitik kann nur wenig erreichen, wenn Bildungspolitik nicht die Qualifikationen vermittelt (hat), die nötig sind, um neues technisches Wissen aufnehmen, weiterentwickeln und anwenden zu können. Dass hier ein Engpass liegt, zeigt nicht zuletzt die Geschichte zahlreicher Innovationen, deren Bedeutung nicht rechtzeitig erkannt wurde ("In Deutschland erdacht, woanders gemacht"): vom Fax bis zu MP3.Auch das Schicksal hiesiger Hightech-Unternehmen - von Nixdorf bis zu Siemens/ BenQ - zeigt: Markterfolg erfordert weitaus mehr als nur innovative Technik.
Während Deutschland auf der Wohlstands-Skala (BIP/Kopf) hinter andere Länder zurückfällt, haben vor allem einige nordische Länder in der Politik ihren Fokus auf die Förderung der Innovatoren verlagert und können seither beträchtliche Erfolge verzeichnen. Insbesondere Finnland ist in erstaunlich kurzer Zeit eine tiefgreifende Umstrukturierung gelungen, die es in die Reihe der führenden Industrienationen gebracht hat. Es gilt heute als Modell einer sich rasch entwickelnden Wissensgesellschaft, in der es gelungen scheint, hohe Wachstumsraten mit einem funktionierenden Sozialstaat zu verbinden.
Auch wenn sich direkte Vergleiche mit Deutschland verbieten, so bleibt die Frage, ob wir nicht einiges von skandinavischen Erfahrungen lernen können: Welche Bedingungen haben den Strukturwandel ermöglicht? Wie lässt sich das finnische Modell der Wissensökonomie charakterisieren? Welchen Gefahren ist das finnische Modell in Zukunft ausgesetzt? Welche Rolle können Betriebsräte/Gewerkschaften in solchen Wandlungsprozessen spielen? Diese und andere Fragen sollen im Workshop erörtert werden.
Kontakt:
Christiane-Borsch at boeckler.de
Astrid-Ziegler at boeckler.de Persönliches Fenster
Ulrich.Klotz at igmetall.de
Tagungsmaterialien und Vorträge:
Vortrag Prof. Dr. Gerd Schienstock, University of Tampere (pdf)
Vortrag Dr. Harald Legler, NIW (pdf)
Vortrag Dr. Astrid Ziegler, Hans-Böckler-Stiftung (pdf)
Vortrag Franz Tölle, IG Metall NRW (pdf)