Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung hat am 4. April 2006 sein erstes IMK Konjunkturforum abgehalten. Die Veranstaltung, die regelmäßig nach der Veröffentlichung der Frühjahrsprognose des Instituts stattfinden wird, soll die Gelegenheit bieten, die Prognose und insbesondere die wirtschaftspolitischen Empfehlungen mit einem breiten Kreis von Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft sowie den Medien zu diskutieren. Dabei variiert das Veranstaltungskonzept zwischen Gastreden, Podiumsdiskussion und Streitgespräch.
Mit rund 130 Gästen - insbesondere aus der Bundespolitik - war die Premiere am 4. April 2006 aus Sicht des IMK ein voller Erfolg. Die Gastrede von Dr. Heiner Geißler stand im Zentrum der Veranstaltung. Sie setzte sich ganz grundsätzlich mit der Wirtschaftspolitik der jüngeren Zeit auseinander und kritisierte insbesondere die zunehmenden neoliberalen Tendenzen. Dem Ruf nach immer weiteren Steuersenkungen setzte er die Forderung nach einer Tobin-Steuer auf Kapitalmarkttransaktionen entgegen. Schon mit geringen Steuersätzen könnten zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe erreicht werden. Mit seinen Betrachtungen ging Dr. Geißler jedoch weit über den engen ökonomischen Blickwinkel hinaus und erinnerte das Auditorium daran, dass Wachstum nur dann allgemein wünschenswert ist, wenn es auch den Menschen zugute kommt.
Programm:
Begrüßung
Prof. Dr. Heide Pfarr (Mitglied der Geschäftsführung der Hans-Böckler-Stiftung)
Grußwort
Dietmar Hexel (Vorstandsmitglied der Hans-Böckler-Stiftung, DGB Bundesvorstand)
Die konjunkturelle Lage in Deutschland im Frühjahr 2006
PD Dr. Gustav A. Horn (Wissenschaftlicher Direktor des IMK in der Hans-Böckler-Stiftung)
Gastrede: Dr. Heiner Geißler (Bundesminister a.D., CDU)
Diskussion mit dem Publikum
Moderation: Thomas Fricke (Financial Times Deutschland)
Anschließend
Fortsetzung der Diskussion bei einem Imbiss