Prekäre Beschäftigungsverhältnisse gehen häufig einher mit prekären Lebensverhältnissen - was öffentlich bisher wenig wahrgenommen wird. Noch weniger sensibel ist die öffentliche Debatte gegnüber häufig wiederkehrenden oder gar andauernden prekären Lagen im Lebensverlauf, obwohl sie für bestimmte Personengruppen zunehmen und erhebliche individuelle wie gesellschaftliche Nachteile erzeugen. Das gilt erst recht, wenn z.B. Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung sowie Kinder- und Altenbetreuung in einem Haushalt kumulieren.
Das diesjährige WSI-Herbstforum will die bisher unterentwickelte Sensibilität gegenüber dem Ausmaß wie den Folgen prekärer Arbeit im Lebenszusammenhang der Betroffenen steigern. Der Blick auf die verschiedenen Lebenssphären und die ganze Lebenszeit soll geschärft werden, damit Problemdimensionen und Problemlösungen angemessen diskutiert werden können. Letztere erfordern vom Sozialstaat teilweise systematische Strukturveränderungen. Und sie verlangen auch von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Akteuren neue Überlegungen. Wie können die Bedarfe der Betroffenen artikuliert und befriedigt werden? Wie können vor allem ein angemessenes Niveau und eine ausgewogene Balance von guter Arbeit und gutem Leben hergestellt werden? An diesen Herausforderungen orientieren sich die Referate auf dem Herbstforum.
Vorträge zum Herunterladen:
Prof. Dr. Heide Pfarr, Wissenschaftliche Direktorin des WSI: Begrüßung (pdf)
Prof. Dr. Klaus Dörre, Universität Jena: Prekarisierung und Macht (pdf)
Dr. Christina Klenner, WSI: Prekarisierungstendenzen im Lebenszusammenhang (pdf)
Dr. Alexander Herzog-Stein, WSI / Dr. Reingard Zimmer, WSI: Regulierung von prekärer Beschäftigung (pdf)
Dr. Heiner Dribbusch, WSI: Prekarisierung in Arbeit und Leben als Herausforderung für Gewerkschaften (pdf)
Dr. Peter Bartelheimer, Soziologisches Forschungsinstitut (SOFI) Göttingen: Brüche in den Biographien - Prekarität im Lebensverlauf? (pdf)
Kontakt:
Vanessa-Lewitzki- at boeckler.de