Das deutsche Tarifsystem befindet sich im Umbruch. Die Tarifbindung geht seit Mitte der 90er Jahre zurück. Die verbleibende Tariflandschaft selbst und auch die Tarifverträge unterliegen einem starken Wandel.
Differenzierung und Dezentralisierung sind die beiden Trends, die auch in den kommenden Jahren das Tarifsystem weiter verändern werden. Das Modell des einheitlichen Flächentarifvertrages, der die Arbeits- und Einkommensbedingungen für eine gesamte Branche verbindlich regelt, deckt nur noch einen kleiner werdenden Teil der Tariflandschaft ab.
Die gewerkschaftliche Tarifpolitik muss sich auf ein grundlegend gewandeltes Verhältnis von Tarif- und Betriebspolitik einstellen. Tariflose Zustände und Tariferosion gehören mittlerweile zum Alltag. Tarifpolitik in Niedriglohnbereichen ist ein ausgesprochen schwieriges Unterfangen. Und dennoch: Die gewerkschaftliche Tarifpolitik ist nicht zahnlos. Die zahlreichen Streiks dieser Tarifrunde machen deutlich, dass es eine Offensive in der Defensive gibt.
In der WSI-Tariftagung 2006 sollen diese aktuellen Trends der Tarifpolitik aufgegriffen und in einem Kreis von TarifexpertInnen und WissenschaftlerInnen diskutiert werden.
Vorträge und Thesen der Tariftagung zum Download (Powerpoint-Dateien):
Reinhard Bispinck
Abschied vom Flächentarifvertrag? Wohin steuert das deutsche Tarifsystem?
Download (ppt, 583 KB)
Tarifpolitik im Niedriglohnsektor - ein aussichtloses Unterfangen?
Gerald Richter
Bewachungsgewerbe
Download (ppt, 68 KB)
Hajo Wilms
Landwirtschaft
Download (ppt, 9.7 MB)
Tariflose Zustände und Tariferosion - Nicht immer, aber immer öfter
Berthold Balzer
Druck und Papierverarbeitung
Download (ppt, 78 KB)
Gerd Pohl
Hotels und Gaststätten
Download (ppt, 74 KB)
Peter Donath
Textile Dienste
Download (ppt, 8.1 MB)
Kontakt:
Heike Stempel