Erinnerungserzählungen eines sozialen Milleus und lokale gewerkschaftliche Erfahrungsräume

Forschungsschwerpunkt: Geschichte der Gewerkschaften

Status: laufend

Projektende: 31.03.2013

Projektnummer: S-2010-412-5 B

Projekttitel: Erinnerungserzählungen eines sozialen Milleus und lokale gewerkschaftliche Erfahrungsräume

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Projektziel:

In dem Forschungsprojekt soll durch die lebensgeschichtliche Befragung von gewerkschaftlichen Akteuren auf lokaler Ebene aufgehellt werden, in welcher Form und Ausprägung die gewerkschaftlichen Aktivitäten unter Bezügen auf den eigenen Lebenslauf erinnert und verarbeitet werden. Mit lokalen Akteuren besteht die Möglichkeit, den lebensweltlichen Austausch mit Nicht-Gewerkschaftern zu untersuchen.

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Der Beitrag von Oral History zur Sozialgeschichte ist umstritten. Sind die individuellen Erzählungen in lebensgeschichtlichen Interviews eine Quelle für sich, die keine Repräsentanz über die individuelle Erzählung hinaus beanspruchen kann, oder lassen sich so qualitative Einblicke gewinnen? In dem Projekt werden die Interviews als individuelle Erzählungen verstanden, die in einem qualitativen Sinne ausgewertet werden. Die angestrebte Zahl von 30 Interviews aus fünf Regionen ist im quantitativen Sinne kein repräsentativer Querschnitt. Aber es ist davon auszugehen, dass sich vergleichbare Erzählmuster und -strategien zeigen werden, die als Erinnerungen eines sozialen Milieus analysiert werden können.


2. Fragestellung

Erinnerungen an gewerkschaftliche Aktivitäten in der Bundesrepublik konzentrieren sich zumeist auf Aufzählung gewerkschaftlicher Erfolge oder ausgewählte Teilaspekte. Die Mehrzahl der Interviewprojekte mit Gewerkschaftern richteten sich darauf, die Erfahrungen älterer Gewerkschafter zu sichern. Mit dem Projekt wird ein anderer Weg beschritten: Die lebensgeschichtlichen Interviews zielen darauf ab, die individuellen Erinnerungen zu erkunden und vor dem Erzählhintergrund der Gegenwart zu analysieren. Mit diesem Vorgehen kann geprüft werden, ob es in dem sozialen Milieu der Gewerkschaften spezifische Erinnerungsmuster gibt, die sich in den Interviews widerspiegeln und welche Bezüge zur bundesdeutschen Geschichte insgesamt und zu gewerkschaftseigenen Darstellungen gibt. Der Fokus auf eine Aktivität in den 1970er Zeit ermöglicht auch, ein subjektzentriertes Bild über die Transformationsprozesse der Arbeitswelten seit den 1970er Jahren bis heute zu gewinnen.


3. Untersuchungsmethoden

Mit dem Projekt soll unter der Anwendung von Oral-History ein innovativer Ansatz zur Erforschung der bundesrepublikanischen Sozialgeschichte geleistet werden. Mittels lebensgeschichtlichen Interviews kann erkundet werden, wie die Interviewpartner in den fünf ausgewählten Regionen ihre Aktivitäten erzählen und welche narrativen Sinnstrukturen dabei deutlich werden. So kann die Erinnerung in einem spezifischen sozialen Milieu erkundet werden und Differenzen und Gemeinsamkeiten mit der öffentlichen Erinnung an gewerkschaftliche Aktivitäten verbunden werden. Die Interviewpartner sind hauptamtliche Gewerkschafter oder betriebliche Funktionäre, die in den 1970er Jahren bereits Funktionen innehatten. Eine Streuung der Geburtsjahrgänge ist daher zu erwarten.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Axel Schildt
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg - FZH
Beim Schlump 83, 20144 Hamburg
Email: schildt(at)zeitgeschichte-hamburg.de

Prof. Dr. Dorothee Wierling
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)
Beim Schlump 83, 20144 Hamburg
Email: wierling(at)zeitgeschichte-hamburg.de


Bearbeiter/in:

Dr. Knud Andresen
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH)
Beim Schlump 83, 20144 Hamburg
Email: andresen(at)zeitgeschichte-hamburg.de

 

Kontakt:

Dr. Michaela Kuhnhenne
Hans-Böckler-Stiftung Abt. Forschungsförderung
Referat 5
Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
Email: michaela-kuhnhenne(at)boeckler.de