Alter(n)sgerechte Arbeitspolitik

Forschungsschwerpunkt: Erwerbsarbeit im Wandel

Status: laufend

Projektende: 28.02.2013

Projektnummer: S-2010-381-3 B

Projekttitel: Alter(n)sgerechte Arbeitspolitik

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Projektziel:

Aus der arbeitsbezogenen Demografieforschung liegen zwar Befunde zur alter(n)sgerechten Gestaltung von Arbeits- und Organisationsstrukturen vor, die Verbreitung derartiger Konzepte wird jedoch als unzureichend eingeschätzt. Das Projekt wird daher der Frage der Handlungsanforderungen und der Politiken der betrieblichen Interessenvertretungen in diesem Themenfeld nachgehen.

 

Veröffentlichungen:


Kuhlmann, Martin; Schumann, Michael: Fachkräftesicherung im demografischen Wandel: Der Stellenwert innovativer Formen der Arbeitsgestaltung / W. Axel Zehrfeld (Hrsg.).- Frankfurt am Main: Frankfurter Allgemeine Buch, 2012.- S. 221-232

 

Projektbeschreibung:

1. Kontext

Steigende Anteile älterer Beschäftigter stellen auf absehbare Zeit eine wichtige Problemstellung dar. In der Wissenschaft und bei Praxisakteuren hat sich mittlerweile zwar die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich hieraus nicht nur personalpolitische Konsequenzen ergeben, sondern zudem eine alter(n)sgerechte Gestaltung von Arbeits- und Organisationsstrukturen notwendig wird. Zugleich deuten vorliegende Untersuchungen jedoch darauf hin, dass die Verbreitung entsprechender Konzepte nach wie vor gering ist und in einigen Industrien im Bereich der Arbeitsgestaltung sogar gegenläufige Trends zu verzeichnen sind. Aus diesem Spannungsverhältnis heraus erwachsen gerade für die betrieblichen Interessenvertretungen neue Herausforderungen und neue Aufgaben. Mit welchen Problemlagen die Interessenvertretungen hier konfrontiert sind, wie sie reagieren und welche Konsequenzen sich für die betriebliche Arbeitspolitik und die Arbeitsformen der Interessenvertretung ergeben, ist Gegenstand des Projektes.


2. Fragestellung

Auf der Basis einer akteurs- und kontextbezogenen Analyse werden zunächst Problemlagen und Durchsetzungsbedingungen einer alter(n)sgerechten Arbeitspolitik aus Sicht der verschiedenen betrieblichen Akteure analysiert. Entlang unterschiedlicher arbeitspolitischer Konstellationen (forcierte Retaylorisierung, leistungspolitische Instrumentalisierung, Ambivalenzen innovativer Arbeitspolitik) werden außerdem arbeitspolitische Orientierungen und Umgangsweisen typischer Beschäftigtengruppen untersucht. Vor dem Hintergrund der Problemlagen aus Sicht der Akteure sowie den Anforderungen aus Beschäftigtensicht werden schließlich Politiken sowie Arbeits- und Organisationsformen der betrieblichen Interessenvertretung im Bereich der betrieblichen Arbeitspolitik bilanziert und Gestaltungshinweise erarbeitet, wie die Arbeitsweise der betrieblichen Interessenvertretung mit Blick auf eine Erhöhung der Durchsetzungschancen einer alter(n)sgerechten Arbeitspolitik verbessert werden könnte.


3. Untersuchungsmethoden

Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Branchen (Fahrzeugbau, Chemie/Pharma, Maschinenbau), die hinsichtlich ihrer Arbeits- und Organisationsstrukturen eine große Spannbreite abdecken. Innerhalb dieser Branchen werden jeweils typische Tätigkeitsbereiche/Beschäftigtengruppen in den Blick genommen. Im Zentrum des Projektes stehen vergleichende Betriebsfallstudien. Mittels einer größeren Anzahl von Fallstudien, in denen die Problemwahrnehmungen und Handlungsstrategien der Betriebsparteien rekonstruiert werden, wird zunächst ein Überblick über typische Problemlagen und Arbeitspolitikstrategien gegeben. Durch Intensivfallstudien (Begehungen, Interviews, Gruppendiskussionen, Befragungen) werden in ausgewählten Betrieben zudem die Sichtweisen der Beschäftigten untersucht. Über einen Vergleich der Fälle werden schließlich die Durchsetzungsbedingungen und Einflussmöglichkeiten der betrieblichen Interessenvertretungen analysiert und die Frage nach erfolgversprechenden Arbeitsformen geklärt.


 

Projektleitung und Bearbeiter/in:

Projektleitung:

Prof. Dr. Michael Schumann
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität
an der Georg-August-Universität Göttingen
Friedländer Weg 31, 37085 Göttingen
Email: michael.schumann(at)sofi.uni-goettingen.de

Dr. Martin Kuhlmann
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität
Friedländer Weg 31, 37085 Göttingen
Email: mkuhlma1(at)gwdg.de


Bearbeiter/in:

Klaus-Peter Buss
Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. an der Georg-August-Universität
Friedländer Weg 31, 37085 Göttingen
Email: kbuss(at)gwdg.de

 

Kontakt:

Dr. Claudia Bogedan
Hans-Böckler-Stiftung Abt. Forschungsförderung
Erwerbsarbeit im Wandel
Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
Email: claudia-bogedan(at)boeckler.de